Der Brief kommt vom lokalen Werk und sieht amtlich aus, weil er es im Kern auch ist. Grundlage ist die Niederspannungs-Installationsverordnung. Sie verlangt, dass jede Elektroinstallation in regelmässigen Abständen geprüft wird. Verantwortlich dafür ist die Eigentümerschaft, nicht die Mieterschaft.
Wie oft geprüft werden muss
| Nutzung | Kontrollperiode |
|---|---|
| Wohnhäuser, normale Nutzung | alle 20 Jahre |
| Büro- und Gewerberäume | alle 10 oder 20 Jahre |
| Betriebe mit erhöhtem Risiko | alle 5 Jahre |
| Landwirtschaft, spezielle Anlagen | alle 1 bis 3 Jahre |
Welche Periode für Ihr Objekt gilt, steht auf der Aufforderung. Dort steht auch die Frist, bis wann der Nachweis vorliegen muss. Sie beträgt üblicherweise mehrere Monate.
Wie die Kontrolle abläuft
Wir kommen vorbei, prüfen die Anlage und messen sie durch. Dazu gehören der Zustand von Verteiler und Apparaten, die Schutzmassnahmen, die Erdung sowie Sichtprüfung und Messungen an den einzelnen Stromkreisen. Für eine Wohnung dauert das etwa eine bis zwei Stunden, bei grösseren Objekten entsprechend länger.
Wir brauchen Zugang zu allen Räumen, zum Verteiler und zum Zählerplatz. Wenn ein Teil verstellt ist, hält das auf. Ein kurzer Blick vor dem Termin spart Zeit und Geld.
Wenn Mängel gefunden werden
Der Kontrollbericht listet die Beanstandungen mit einer Frist zur Behebung. Häufig sind es Kleinigkeiten: eine fehlende Abdeckung, eine falsch beschriftete Sicherung, eine Steckdose ohne Schutzkontakt an einer Stelle, wo heute einer verlangt wird. In älteren Häusern kommen manchmal grössere Punkte dazu, etwa ein fehlender Fehlerstromschutz im Bad.
Die Behebung darf jeder konzessionierte Betrieb ausführen, auch ein anderer als der kontrollierende. Danach wird der Sicherheitsnachweis ausgestellt und beim Werk eingereicht.
Wer die Frist verstreichen lässt, bekommt eine Mahnung und danach unter Umständen eine Verfügung mit Gebühren. Im schlimmsten Fall wird die Anlage abgeschaltet. So weit kommt es selten, aber der Aufwand wächst mit jedem Schritt.
Was es kostet
Die Kontrolle wird nach Aufwand abgerechnet und hängt von Grösse und Zustand der Anlage ab. Für eine normale Wohnung ist es ein überschaubarer Betrag, für ein Mehrfamilienhaus mit vielen Stromkreisen entsprechend mehr. Vor dem Termin sagen wir Ihnen, mit welchem Rahmen Sie rechnen müssen.
Getrennt davon sind die Kosten für die Behebung von Mängeln. Die kennen wir erst nach der Kontrolle.
Für Verwaltungen mit mehreren Objekten
Wenn Sie mehrere Liegenschaften betreuen, führen wir die Kontrollperioden für alle Adressen und melden uns rechtzeitig. Sie erhalten die Nachweise gebündelt statt verteilt über das Jahr.
Kurz gefragt
Die Eigentümerschaft. Sie ist für den Zustand der Installation verantwortlich. Ein Teil der Kosten kann je nach Mietrecht auf die Nebenkosten umgelegt werden.
Ja. Sie sind frei in der Wahl des Betriebs, solange er über die nötige Bewilligung verfügt.
Bis zum Ende der nächsten Kontrollperiode. Er wird auch beim Verkauf einer Liegenschaft verlangt.

